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Vom Stubentiger zur Straßenkatze

chicca-großKassel ist eine Großstadt mit unzähligen mehrstöckigen, anonymen Mietshäusern. In den Wohnungen dieser Mietshäuser leben Tausende von Katzen mit ihren Besitzern, zumeist angeschafft als kleine süße Kätzchen, putzig und knuffig. Doch leider kommt für viele von ihnen der Tag, an dem sie nicht mehr putzig genug oder aus irgendeinem Grund sogar lästig sind. Andere verursachen aufgrund einer Erkrankung Tierarztkosten, die ihre Besitzer zu zahlen nicht bereit sind. Wieder andere leben bei Menschen, die plötzlich Hartz-IV-Empfänger werden und sich nicht mehr in der Lage sehen, ihre Samtpfote zu versorgen. Oder es ist gerade mal wieder Urlaubszeit, und es steht kein Katzensitter zur Verfügung. Bei anderen wiederum wird das Geld für die Kastration gespart, und die Mieze sorgt für lästigen Nachwuchs. All dies sind typische Gründe dafür, dass jährlich eine beträchtliche Anzahl an Tieren einfach aus der Wohnung fliegt – herzlos entsorgt.

Dann gibt es da noch die Tiere, die ungewollt auf der Straße landen, z.B. die, die nicht rechtzeitig kastriert werden und die es dann in rolligem Zustand durch sämtliche Schlupflöcher drängt, um einen Sexualpartner zu finden. Oder diejenigen, die Unfällen zum Opfer fallen, weil es ihren Besitzern zu aufwändig schien, Sicherheitsnetze an Fenstern bzw. Balkonen anzubringen.
Opfer sind vor allem unerfahrene Jungtiere. Eine unachtsame Bewegung, während ein vorbei fliegender Schmetterling erhascht werden sollte, und schon landen sie unsanft auf der Straße. 

Ängstliche Tiere treten sogleich den Rückzug an und verkriechen sich irgendwo. Der Schock sitzt zu tief, und die Furcht ist zu groß, um sich auf Nahrungssuche zu begeben. Verletzte Tiere müssen zunächst genesen, ehe sie sich der Nahrungsbeschaffung widmen können. Aber nicht jede Verletzung heilt. Hat sich das Tier beim Sturz einen komplizierten Bruch zugezogen, wartet es ebenso wie die scheuen, verängstigten Tiere in einem Schlupfloch ohne Wasser und ohne Nahrung auf den Tod. Und der kommt langsam und qualvoll – meist erst nach Wochen.

Mutige machen auf sich aufmerksam, wenn der Hunger sie allzu sehr quält. Ein zartes Mauzen, ein Hilfe suchender Blick. Mit viel Glück treffen sie auf einen Katzenfreund, der sie beherzt aufsammelt und mitnimmt. Die weniger Couragierten müssen sich mit Almosen begnügen, die hier und da aus einem Fenster fallen, oder sich an unverschlossenen Mülltonnen bedienen. Mäuse gibt es in der Stadt nicht ausreichend, und die meisten Wohnungskatzen haben nie gelernt zu jagen und sich selbst zu versorgen. Hunger ist von nun an ihr ständiger Begleiter - im Winter kommt die Kälte dazu. Beides zusammen führt mit der Zeit zum Tod auf Raten: Schnupfenviren zerfressen Zahnbett, Augen und Lunge des vom Hunger geschwächten Tieres. Die Folge: Erblindung und/oder Erstickungstod. Andere infizieren sich beim Kampf um Nahrung oder einen Sexualpartner mit FIV (Katzenaids), oder das Leukose-Virus (FeLV) bemächtigt sich ihres geschwächten Körpers. 

Dicht befahrene Straßen und gnadenlose Verfolgung tun ihr Übriges: Die Katzen werden von Autos überfahren, Schrotflinten werden auf sie gerichtet, sie werden mit Steinen beworfen und verjagt. Auch kann sich ein scheinbar sicherer Unterschlupf als tödliche Falle herausstellen: unwissentlich eingesperrt, verenden viele Katzen in Kellern, Schuppen, Garagen und dergleichen. Viele Menschen empfinden den Verlust einer Katze als nicht besonders tragisch – es gibt ja in der Zeitung unzählige Inserate, in denen kleine Kätzchen verschenkt werden. Sie suchen daher nur halbherzig und nicht sehr lange nach ihrem in Not geratenen Stubentiger, sondern holen sich einfach einen neuen. 

Was derweil mit dem vermissten Tier geschieht, lässt uns Tierschützer nachts kaum schlafen: Unkastrierte Tiere, die stark genug sind, eine Zeit zu überleben, setzen vor ihrem Tod noch Nachkommen in die Welt, die ebenfalls zum Leben auf der Straße verdammt sind, weil es erstens nicht genug gute Plätze für sie gibt und weil sie zweitens nach der sechsten Woche ohne Menschenkontakt verwildern. Wenn sie Glück haben, finden sie eine Futterstelle, an der Katzenfreunde sie mit Futter versorgen und zur Kastration einfangen, um weitere Nachkommen zu verhindern. Doch nach der Kastration müssen sie wieder zurück an den Fundort: in irgendeinen schmutzigen Hinterhof, an die Lagerhalle eines Einkaufsmarktes, auf einen Friedhof oder in ein leer stehendes altes Gemäuer. Diese Fundorte sind oft alles andere als ein adäquater Lebensraum für eine Katze. Es sind Orte, die kaum Schutz vor Kälte und Nässe bieten. Unter Fahrzeugen mit noch warmem Motor suchen sie für ein paar Minuten Wärme, das ist alles, was ihnen die Straße bietet.

Die weit verbreitete Meinung, die Katzen hätten schließlich ein ausreichend dickes Fell, ist ein Irrglaube, denn in der kalten Jahreszeit schützt auch das dichteste Fell nicht mehr. So frieren und hungern sie da draußen – auch jetzt in diesem Moment. Nur die wenigsten Menschen haben ein Herz für die Streuner, stellen gefüllte Näpfe hin, bauen im Winter Styroporkisten als Unterschlupf zum Schutz gegen die kalte und nasse Witterung.

Haben Sie ein Herz für diese hilflosen Kreaturen! Nehmen Sie sich der Streuner in Ihrem direkten Umfeld an, unterstützen Sie sie mit Futter und sorgen Sie für eine Kastration! Helfen Sie, die von Menschen verursachte Not zu bekämpfen und an den Tieren wieder etwas gut zu machen!

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