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Adoption trotz Virus

Als ich mit meinem Freund zusammen in eine Wohnung zog, war für mich klar, ich möchte eine Katze haben. Da es meine erste Katze sein würde, gab es viel zu überlegen: Vom Züchter, Privathaushalt, Tierheim oder Katzenhilfe, ein Baby, oder ein erwachsenes Tier, usw.

Also machte ich mich per Internet auf die Suche. Über mehrere Wochen hinweg sah ich mir immer wieder auf Internetseiten aus der Region die Katzen an. Ich bemerkte wie schnell vor allem die kleinen Kätzchen aber auch die gesunden ausgewachsenen Tiere ein neues Zuhause fanden. Die älteren, kranken oder behinderten Katzen wollte anscheinend niemand haben. Das hat mich sehr traurig gemacht!
Haben nicht gerade diese vom Schicksal so hart getroffenen Geschöpfe, ein gutes und liebevolles Zuhause verdient?!

Meine Entscheidung stand also fest: Ich möchte eine Katze, die sonst keiner haben will! Einen Stubentiger, der es besonders nötig hat, dass er einen festen Platz mit viel Liebe und Geborgenheit bekommt!

Micki Adoption trotz VirusDann sah ich auf der Homepage von CAT-CARE Micki. Ein noch junger Kater, der in seiner Pflegestelle in einem Badezimmer separiert werden musste, weil er FIV-positiv und somit für andere Katzen ansteckend war und getrennt gehalten werden musste.

Ich habe mich gründlich über FIV (Katzenaids) informiert. Micki war nur Träger des Virus, die Krankheit war und ist bis heute noch nicht ausgebrochen. Es konnte noch Jahre dauern bis sie ausbrechen würde. Was würde aus ihm in dieser Zeit, wenn niemand ihn würde aufnehmen wollen?? Sollte er für den Rest seines Lebens in einem Badezimmer isoliert sitzen müssen?

Über das Internet habe ich mich zunächst mit vielen Haltern von FIV-positiven Katzen ausgetauscht. Bei manchen dieser Katzen ist das Virus nie ausgebrochen, bei ein paar erst im hohen Alter... Natürlich darf man sich nichts vormachen: Der Ausbruch der Krankheit kann natürlich auch schon früher erfolgen. Doch egal wann es soweit ist - hat nicht jede Katze es verdient, bis dahin ein schönes, ruhiges Leben zu haben, bei Menschen die sie lieben?!?!

Ich habe mir also klar gemacht, dass Micki irgendwann erkranken könnte und vermutlich auch wird, womit dann evtl. auch höhere Tierarztkosten auf uns zu kommen könnten. Ich war mir über alle möglichen Risiken bewusst, doch das konnte mich nicht abschrecken, diesen kleinen, süßen Kater aufzunehmen. Und seien wir doch mal ehrlich: Wer oder was garantiert einem Katzeninteressenten denn, dass ein bei der Aufnahme gesundes Katzenkind sich nicht im späteren Freigang mit FIV infiziert?? Da es noch keine Impfung gegen dieses Virus gibt, kann das doch jederzeit geschehen!

Oder wer hätte mir garantiert, dass eine bei der Vermittlung gesunde Katze nicht innerhalb kurzer Zeit durch einen genetischen Defekt schwer erkranken und ihr Leben verlieren würde? Auch in einem solchen Fall wären unter Umständen hohe Tierarztkosten auf uns zugekommen – letztlich könnten wir auch bei „sorgfältigster Auswahl" eines Tieres keinen Blick auf sein Inneres werfen und wüssten somit nicht, was das Schicksal für es vorbestimmt hat!

Micki lebt nun seit 2 ½ Jahren bei uns, und wir haben diese Entscheidung nie bereut! Ganz im Gegenteil! Und er scheint richtig dankbar dafür zu sein. Er ist super lieb, verspielt und bringt uns immer zum Lachen, wenn es einem gerade mal nicht so gut geht. Die Krankheit merkt man ihm überhaupt nicht an. Er ist fit und lebenslustig wie jede andere Katze auch. Oft denken wir selbst nicht mehr daran, dass er positiv ist, weil das Leben mit ihm so normal ist.

Wir haben ein halbes Jahr später sogar noch eine zweite FIV-positive Katze aufgenommen. Da wir beide berufstätig sind, hatten wir das Gefühl, dass es Micki den ganzen Tag allein daheim zu langweilig war (nach draußen darf er ja wegen dem Virus nicht). Also haben wir Rubi, eine ebenfalls FIV-infizierte Katze, als Spielgefährtin dazu geholt:

So hatten wir die Möglichkeit noch einer traurigen, alleingelassenen Katze das Leben zu verschönern! Auch ihr merkt man die Krankheit nicht an. Zusammen machen die beiden ständig Unsinn und ein Außenstehender käme nie auf die Idee, dass diese Katzen eine Immunschwäche haben.

Zu Tierarztkosten kann ich nur sagen, dass wir bis jetzt nicht so viel mehr zu zahlen hatten als Besitzer nicht-infizierter Tiere. Die beiden mussten höchstens mal wegen leichtem Schnupfen behandelt werden, der dann unter der Behandlung schnell wieder abgeklungen war. Aber das kann jedem gesunden Tier ebenso passieren, da die Schnupfenimpfung bei den Katzen nicht alle Virenstämme abdecken kann, wodurch es trotz Impfung immer wieder mal zu Infektionen kommen kann.

Ich kann jedem, der sich eine Katze anschaffen möchte, nur sagen:

Haben Sie keine Angst davor ein mit FIV (oder FeLV) infiziertes Tier aufzunehmen! Denn gerade diese Katzen brauchen eine Chance, ein Stück Geborgenheit und Fürsorge, einen warmen, Schutz bietenden Platz auf Ihrem Sofa und die Streicheleinheiten Ihrer liebenden Hand!

Öffnen Sie Ihr Herz... Sie werden es bestimmt nicht bereuen!

Alexandra Kopka

Nachtrag:

carla adoption trotz virusNur wenige Tage nach der Erstellung dieses Berichtes entschlossen sich Alexandra und ihr Lebensgefährte Alexander, ein weiteres Mal ihr Herz zu öffnen: Sie verliebten sich in unseren zu dem Zeitpunkt aktuellen FIV-Notfall Karla, für die sich bis dahin keine Interessenten finden ließen, und nahmen sie als „Dritte im Bunde" in ihre Gemeinschaft auf.